Zu meiner Arbeit: Katrin Riedel-Kelly

Meine Arbeit ist von unterschiedlichen Einflüssen geprägt. In Bezug auf meine Arbeit mit SchauspielerInnen werde ich sehr von meinen Erfahrungen in Los Angeles und meinem Lehrer dort, Tom Todoroff, geprägt. Meine jahrelange Erfahrung im Bereich Tanz/Bewegung/Körperarbeit formt den Mittelpunkt meiner Arbeit, denn nur über das physische Erleben kann menschliche Emotion, Einstellung (‚Attitude’) und Interaktion verstanden werden. In meiner Arbeit lasse ich u.a. Grotowski, Meisner und Laban Methodik miteinfliessen. Wichtig ist für mich auch die Verbindung: Atem – Stimme – Emotion

In meiner (Lebens-)Philosophie trenne ich Privates und Berufliches nicht wirklich – da mein persönliches Interesse am Mensch-sein mit den Interessen des Schauspielers/ des Künstlers für mich eins sind. Als Dozentin sehe ich mich daher nicht als Autorität, sonder eher als Guide. Ich vermittle definitive (!) Wissensstrukturen (Techniken), in der sich jeder einzelne seinen Raum schafft und so ganz authentisch und ganz bei sich selbst bleibt. – Das ist das Ziel.

Der Lernprozess ist eine Kollaboration. Ich gebe Wissen weiter, aber es liegt an dem Menschen, wie er es aufnimmt, ob es auf fruchtbaren Boden fällt. Das Wissen muß in jedem Einzelnen lebendig werden damit Transformation stattfinden kann - ansonsten bleibt es, zumindest auf der darstellerischen Ebene – an der Oberfläche. Die DarstellerInnen fühlen sich Ihrer selbst zu bewußt, kommunikativ passiert auf der körperlichen Ebene meistens dann sehr wenig oder gar nichts – und da 80 % unserer Kommunikation, unserer Vermittlung von „wer- wir- sind” über Körpersprache passiert. Zu dieser Sprache gehört auch unsere Stimme … leere Worte hallen in den Raum, die unerfahren und ungehört bleiben, denn Worte sind nur eine Referenz einer Erfahrung, der Wirklichkeit, und nicht die Erfahrung oder die Wirklichkeit selbst. Die DarstellerInnen fühlen sich unwohl und unzufrieden.

Es geht darum vom Denken ins Erfahren zu kommen. ‚Experiencing instead of having an Experience’. Sonst bleibt das Spiel maskenhaft, eindimensional, die Worte stehen leer und resonanzlos im Raum.


„Dunkler Raum … die Blase der Zeit öffnet sich und für einen Moment ist alles möglich. Der Geschmack meines Lebens und Seins brennt auf meiner Zunge. Für einen Moment bin ich alles, jeder, überall und doch bin ich ganz allein – in aller Öffentlichkeit. Ganz konzentriert. Die Luft ist ganz dick und so gespannt mit Euren Augenblicken. Ganz hier.

Implodiert, explodiert. Meine Kinesphäre breitet sich wie eine feurige Flutwelle aus und füllt den gesamten Zeit/Raum. Ich bin so durstig und werde immer durstiger wenn ich die Erfahrung werde. Ich brenne, falle, stehe. Der Widerstand des Geistes, der Dualitäten, besiegt. – Frei. Endlich.”


Alle Texte © Katrin Riedel-Kelly.
Bitte kontaktieren Sie die Autorin, wenn Sie Auszüge der Texte verwenden wollen.



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